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Saarland, dieses Land an der Saar war schon sehr früh besiedelt. Schon vor 125000 Jahren hat man hier gejagt und gelebt; eine kulturträchtige Region, schon belebt von den Menschen aus der Altsteinzeit, Kelten und Römern, die schon ihre Straßen hier angelegt hatten. Ihre Herrschaft ging 500 Jahre n. Chr. zu Ende, jedoch haben sie viele kunsthistorische
Artefakte zurückgelassen, die in vielen Museen in Saarland zu besichtigen sind, außerdem haben sie den Wein hier angebaut, der inzwischen eine beträchtliche Rolle spielt. Große Teile des Westrich, Ausläufer des Pfälzerwaldes, das Saarbrücker Steinkohlengebirge und das Lothringische Hochplateau, Teile des Hunsrücks, dem Hochwald und dem eigentlichen Saartal bilden das landschaftlich abwechslungsreiche Saarland. Trotz seiner reichen Industrie gibt es in Saarland sehr viel Wald und urwüchsige Landschaft. Die Saar wurde schon von den Römern „Saravus“ genannt und entspringt in den Vogesen. Sie bildet ein weites und lichtes, sehr reizvolles Tal. So ist die Schleife zwischen Merzig (Tor zum romantischen Saartal und „Apfelkiste des Landes“ mit dem Viez, einem Apfelwein) und Mettlach wohl eine der schönsten Landschaftspartien, die man in Deutschland findet. Ähnlichkeiten mit dem Moseltal findet man überall, jedoch übertrifft mancherorts die Idylle des Saartals oft jene des Moseltals.
Bereits im Mittelalter hatte man hier im Saarland die ersten Kohlengruben und Eisenschmieden; bald folgten Glashütten und Keramik-Manufakturen. Es waren die Wegbereiter einer großen
Industrialisierung. Fürst Wilhelm Heinrich verbot den privaten Abbau der Steinkohle und begann gleichzeitig mit der Verhüttung von Eisen. In den Städten Neunkirchen, Dillingen und Völklingen bestimmten die Hüttenwerke das Leben. Salinen hatte man in Sulzbach errichtet, und das älteste noch vorhandene Industriegebäude steht auf der „Schmelz“, der ältesten Werkssiedlung, in St. Ingbert, es ist die „Möllerhalle“. In Friedrichsthal gehörten einmal 18 Schächte zur Grube Maybach; heute steht sie unter Denkmalschutz. In Beckingen kann man ein Kupferbergwerk besichtigen, in Püttlingen das Saarländische Uhrenmuseum und in Eppelborn ein Museum für Regionsgeschichte. Für eine Rundreise ist Saarbrücken ein guter Ausgangspunkt, denn die Museen informieren eindrucksvoll über das Leben in Saarland, das noch bis vor kurzem hin und her gerissen wurde, zwischen Frankreich und Deutschland.
Von diesem Teil in Saarland kann man auch Rundreisen mit dem Schiff unternehmen. Saarabwärts kommt man nach Saarlouis (Saarlouiser Festwoche-„Emmes“, Ende Mai-Anfang Juni); von hier sollte man einen Abstecher in den Saargau unternehmen. Schöne Stauseen, wie geschaffen für erholsame Wochenende, sind in unmittelbare Nähe gerückt, so der Bostalsee, der Losheimer und die Primtalsperre bei Nonnweiler. Überhaupt ist das Land hier zur Urlaubs- und Freizeitlandschaft avanciert, Nohfelden, Tholey und St. Wendel bilden die Grenzpunkte, ähnlich ist es bei Ottweiler am Ostertal. Ein Saarland-Rundreitweg kann von Wanderreitern im Sattel erwandert werden, in St. Ingbert kann man eine Ballonfahrtschule besuchen, oder in Homburg
golfen.
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Die Lebensform der Berg- und Hüttenarbeiter brachte auch neue Eß- und Trinkgewohnheiten in Saarland mit sich. So gab es die „Wambefeschde“, es waren die Bergfeste, zu denen die Grubenverwaltung für das Essensdeputat zu sorgen hatte (z.B. in St. Ingbert) und man sich die „Wambe“, den Bauch, vollschlug bis zum Platzen. Auch heute gibt es
eine große Palette von guten Restaurants und Gasthäusern im Saarland, in denen man ähnlich schwelgen kann. Für Radwanderer hat man hier ein Netz von 1500 km Straßen und Wege geschaffen, um das Saarland im wahrsten Sinne zu „erfahren“, und wer sich zu den Geologen unter der Naturfreunden zählt, der kommt nach Lebach und wühlt in den Formationen der Erdzeitschichten; hier warten Überraschungen in den „Lebacher Eiern“, jenen Eisenerzknollen mit Pflanzen- oder Tierresten. Püttlingen führt seine Wanderer zu ganz besonderen Plätzen: Kulturdenkmäler, Kirchen und Kapellen werden dem Kulturinteressierten genauso nähergebracht wie alte Bergmannshäuser, Schächte und Landschaften. Das Saarland ist also ein sehr vielseitiges Land am Rande der Bundesrepublik Deutschland, das von einem Industrieland vorwärtsdrängt zum harmonischen Miteinander in Arbeit und Erholung. Saarland ist inzwischen ein Reiseland der Vielfältigkeit. Mit seinen offenen und versteckten Schönheiten lädt es zu einem Besuch ein, und wird immer eine Überraschung bereithalten für den, der mit offenen Augen das Land und seine Menschen kennenlernen möchte. Das ist Saarland.
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